Bull Mountain

Wahrscheinlich ist es ein Männerbuch. Wahrscheinlich auch nichts für ganz zarte Nerven, denn getötet wird auch, manchmal recht fies. Wohl deshalb wird es beworben mit markigen Sprüchen, Bruder gegen Bruder im drogenverdammten Süden (James Ellroy), gefühlt ist es zumindest ein wilder Atmosphärenmix aus Jerry Cotton und ein bisschen Breaking Bad, Sonne im Rücken, die große Aufgabe zu erledigen, Gut gegen Böse, ein paar Frauen mischen auch mit, nicht unwesentlich übrigens. Aber eins vor allem: spannend. Und packend geschrieben, nicht umsonst bringt ausgerechnet der Suhrkamp Verlag die deutsche Erstausgabe heraus.

Kain und Abel in Georgia, es geht um die letzten Überlebenden der seit drei Generationen illegal agierenden Borroughs-Familie, Schwarzgebrannter, Hasch und Crystal Meth sind die Geschäftsgrundlagen, verteidigt mit illegal hergestellten Waffen, im großen Format. Zwei von drei Brüdern sind noch übrig, der Böse, Halford Borroughs, der dem kriminellen Clan vorsteht, und der Gute, Clayton Borroughs, der die Seiten gewechselt hat, als er Sheriff wurde. Ein zwielichtiger Bundesagent, Simon Holly, nimmt Kontakt auf zu Clayton Borroughs, will ihn gewinnen, um seinem Bruder Halford das Handwerk zu legen, aber auch, um diesen aus der Schusslinie zu nehmen, denn es geht um noch ein paar weitere Kriminelle in Florida, auf die Holly es außerdem abgesehen hat.

Die Erzählung springt zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, jedes Kapitel freundlicherweise entsprechend überschrieben, auf eine Hauptperson gemünzt und mit Jahreszahl versehen, es fällt leicht, alles einzuordnen, und so fügen sich nach und nach Vergangenheit und Gegenwart zu einem Gesamtbild. Mich beschlich beim Lesen die Vorstellung, dass es gut verfilmt werden könnte mit gleich den passenden Schauspielern vor Augen, Brad Pitt natürlich, wahlweise gut oder böse, und unbedingt auch Matthew McConaughey, so authentisch und ernsthaft, wie er in der ersten Staffel von True Detective eine Meisterleistung vollbrachte, er wäre ein guter Simon Holly.

Dieses Erstlingswerk ist flüssig und einnehmend geschrieben, verlangt keine großartigen Verständnisleistungen, lässt sich nett weglesen und unterhält dabei diejenigen, die der ein oder andere Tote nicht stört. Ausgerechnet im Showdown am Ende gibt es einen Flüchtigkeitsfehler, wenn Colt, Waffe und Gewehrlauf verwechselt werden (S. 311/312), aber das lässt sich ausmerzen in der nächsten Auflage; dem Vernehmen nach schreibt der Autor auch schon an einer Fortsetzung.

Bull Mountain, let’s rock it.

Anmerkungen:

Brian Panowich, Bull Mountain, 2016, erschienen im Suhrkamp Taschenbuch Verlag.

 

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