Zutrauen – Werte

Was haben Zutrauen und der altmodisch anmutende Begriff der „Werte“ miteinander zu tun? Eine Menge. Aber das erfordert zunächst einmal eine Begriffsklärung.

„Werte“, das meint weder extern auferlegte Regeln – gesellschaftliche, soziale – noch althergebrachte und ohne eigenes Nachdenken übernommene, konservierte Überzeugungen und Standpunkte. „Werte“ meint kein politisches Programm und keine religiös verwurzelten Ansichten. All das kann sich in individuellen Werten widerspiegeln, muss es aber nicht. Denn hier geht es um die eigenen, die autonomen Werte, die jeder Mensch für sich selbst definiert und lebt. Wenn äußere Regeln bewusst miteinfließen, gut. Wenn nicht, auch gut.

Das klingt immer noch altmodisch?

Nun: Die eigenen Werte zu entdecken und nach ihnen zu handeln, ist brandaktuell. Denn in einer Welt, die immer bunter wird und immer mehr Handlungsmöglichkeiten eröffnet, braucht es einen inneren Kompass, der zum eigenen Wohl navigiert. Dabei sind „Werte“ positiv besetzte Grundsätze, etwas zutiefst Gutes, ethisch akzeptabel oder zumindest neutral. Beispiele für positive individuelle Werte sind etwa: Freundschaft, Familie, Zuverlässigkeit, Loyalität, Wissen, Unabhängigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Sicherheit, Freiheit. So sind die positiven Werte individuelle Handlungsmaximen, die sich im günstigsten Fall als roter Faden durch alle größeren und kleineren Entscheidungen ziehen. Die ihre Grenzen finden an den Rechten Anderer.

Es gibt Werte, nach denen jeder – oft unbewusst – schon immer handelt. Und es gibt Werte, die manche neu für sich entdecken und ihr Handeln danach ausrichten. Aber wer macht sich darüber im Alltag schon Gedanken. Denn Probleme mit den eigenen Werten gibt es nur, wenn jemand gegen seine eigenen Werte handelt – oder glaubt handeln zu müssen, weil eigenes, wertgerechtes Handeln scheinbar mit den Erwartungen Anderer kollidiert. Kurz also, mit den Werten Anderer nicht übereinstimmt. Das kann sich sogar körperlich äußern als innere Unruhe, Schlaflosigkeit oder endloses Grübeln. Oder mangelndem Zutrauen. Dann stimmt etwas nicht.

Was tun?

Bei den eigenen Werten bleiben. Ohne Wenn und Aber. Oft bedeutet das, sie erst einmal herauszufinden, sich klar zu werden über die eigene Leitlinie, die eigene goldene Richtschnur. So ist es immer wieder ein Erlebnis, in der Beratung die individuellen Werte herauszuarbeiten, ein Aha-Erlebnis sondergleichen, das in der Regel schlagartig zu innerer Klarheit und Entspannung führt. Oft eingeleitet mit dem Wort „Eigentlich…“.

Und das ist noch nicht das Ende. Denn Werte können der individuelle Leitfaden für größere und kleinere Entscheidungen sein, aber auch Leitsterne für individuelle Ziele. Daran scheitern ja die meisten selbst gesetzten Ziele: sie wurzeln nicht in den eigenen Werten, sondern kommen von außen. „Man sollte…, man müsste…“. Solange solche Ziele nicht in den eigenen Werten verankert sind, verpuffen sie allzu schnell. Und andererseits möge jeder einmal an Menschen denken, die sie oder ihn beeindrucken. Das sind in der Regel Menschen mit einem starken inneren Gerüst, einem stabilen und bewussten Wertekanon. Eine Eigenschaft, die jeder für sich erreichen kann.

Wertgeleitete Entscheidungen treffen und wertbasierte Ziele definieren, das schafft tiefe Zufriedenheit. Und damit ganz nebenbei wieder Zutrauen.

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